Impfen und COVID-19

Impfstoffe

Welche Impfstoffe sind in Deutschland gegen COVID-19 zugelassen?

Derzeit sind fünf Impfstoffe gegen COVID-19 zugelassen. Hierbei handelt es sich um zwei mRNA-Impfstoffe, zwei Vektorimpfstoffe und einen Protein-Impfstoff.

 

Art des Impfstoffes

Impfstoff

Firma

Zulassungsdatum

mRNA

Corminaty®

(BNT162b2)

BioNTech

Manufacturing GmbH

21.12.2020

Spikevax®

Moderna Biotech

Spain S.L.

06.01.2021

Vektor

Vaxzevria®

(AZD1222)

AstraZeneca

29.01.2021

COVID-19 Vaccine Janssen®

(Ad26.COV2.S)

Johnson &

Johnson

11.03.2021

Protein

Nuvaxovid®

(NVX-CoV2373

Novavax

20.12.2021

Weshalb wird ein heterologes Impfschema empfohlen?

Als heterologisches Impfschema wird die Immunisierung mit Impfstoffen verschiedener Technologien bezeichnet. Personen die als Erstimpfung den Vektorimpfstoff „Vaxzeria“ erhalten haben wird als Zweitimpfstoff ein mRNA-Impfstoff wie „Corminaty“ empfohlen. Gründe für diese Empfehlung ist eine erhöhte Immunantwort und somit eine verbesserte Schutzwirkung sowie ein geringerer Zeitrahmen bis die vollständige Immunisierung erreicht ist. Der Abstand zwischen den Impfungen bei heterologem Impfschema sollte vier Wochen betragen, bei Impfungen nur mit „Vaxzeria“ 9-12 Wochen. [56]

Was sind mRNA-Impfstoffe?

mRNA-Impfstoffe enthalten Genmaterial über das Virus SARS-CoV-2 in Form von messenger-RNA (mRNA). Diese umfasst den Bauplan für das Oberflächenprotein (Spikeprotein) des Virus. Nach der Impfung übersetzt der Körper die mRNA des Virus in das Oberflächenprotein von SARS-CoV-2. Das nun vorhandene Antigen induziert eine Immunantwort des Körpers. Dieser bildet Antikörper gegen das Antigen, was auch als humorale Immunantwort bezeichnet wird. Außerdem bildet der Körper T-Zellen gegen das Virus, was als zelluläre Immunantwort bezeichnet wird.

Nach der Bildung des Antigens wird die mRNA abgebaut. Sie kann nicht in den Zellkern, wo die menschliche DNA vorliegt, eindringen und hat zu keinem Zeitpunkt Einfluss auf die menschliche DNA. [45]

Was sind Vektorimpfstoffe?

Vektorimpfstoffe enthalten für den Menschen ungefährliche Viren (den Träger = Vektor), die gentechnisch so verändert sind, dass das Genom Sequenzen für Bestandteile des SARS-CoV-2 Erregers (das Spikeprotein) beinhaltet. Nach der Impfung wird die Erbinformation vom Körper in Protein, also das Spikeprotein des Virus, übersetzt. Das nun vorhandene Antigen induziert eine Immunantwort des Körpers. Dieser bildet Antikörper gegen das Antigen, was auch als humorale Immunantwort bezeichnet wird. Außerdem bildet der Körper T-Zellen gegen das Virus, was als zelluläre Immunantwort bezeichnet wird.

Die Vektorviren fungieren ausschließlich als Transporter für die Gensequenz des SARS-CoV-2-Erregers und werden nach einer Kontrolle durch das menschliche Immunsystem eliminiert. [45]

Was sind Protein-Impfstoffe?

Protein-Impfstoffe enthalten Proteine, welche zuvor in einem genetisch modifizierten Organismus wie E. coli, Hefe, Insekten, aber auch Säugetieren oder Pflanzen produziert wurden. Dabei wird die rekombinante DNA-Technologie genutzt, welches die Überexpression eines fremden Proteins in einem anderen Organismus ermöglicht [77]. Bezogen auf den zugelassenen Protein-Impfstoff Nuvaxovid® von Novavax wurde in Insektenzellen das Spike-Protein synthetisiert [87]. Der Impfstoff wird neben dem Protein mit einem immunstimulierenden Adjuvans versetzt. Injiziert im Körper ruft der Impfstoff eine mehrstufige Immunreaktion hervor, wodurch Antikörper gegen SARS-CoV-2 synthetisiert werden [78].

Impfempfehlung

Warum sollte man sich gegen COVID-19 impfen lassen?

Eine Impfung ist der sicherste Weg um sich vor einer Infektion mit COVID-19 zu schützen. Sollte es doch zu einer Infektion kommen, treten fast nur leichte Verläufe dieser Erkrankung auf. Die Impfung bietet Schutz vor schweren Krankheitsverläufen, welche auch zum Tode führen können. Außerdem kann nach einer COVID-19-Erkrankung das Long-COVID-Syndrom auftreten, bei welchem Erkrankte noch monatelang an Allgemeinsymptomen leiden können.

 

Eine Impfung trägt auch zur Eindämmung des Pandemiegeschehens bei. Sind viele Personen gegen das Virus immun, kann sich dieses schlechter ausbreiten, da Geimpfte kaum zur Verbreitung des Virus beitragen. Weniger Leute erkranken an COVID-19. Außerdem sind Lockerungen der Kontaktbeschränkungen nur dank der Impfungen möglich. [45]

Sollte man als Person, die schon eine SARS-CoV-2-Infektion überstanden hat, geimpft werden?

Hat man bereits eine Infektion mit SARS-CoV-2 durchgemacht, empfiehlt die STIKO die Verabreichung einer Impfstoffdosis sechs Monate nach der Infektion. Dafür muss die Infektion mit SARS-CoV-2 zum Zeitpunkt der Erkrankung durch einen PCR-Test nachgewiesen sein. Bei Personen, die eine gesicherte asymptomatische Infektion mit SARS-CoV-2 hatten und der Infektionszeitpunkt nicht bekannt ist, wird die einmalige Impfung ab der 4. Woche nach der Labordiagnose empfohlen. [45] 

Für welche Personengruppen wird eine Auffrischimpfung empfohlen?

Eine Auffrischimpfung ist von der STIKO derzeit nach frühestens sechs Monaten nach der vollständigen Immunisierung für Personen über 70 Jahre, Personen unter 70 Jahren, die in einer Pflegeeinrichtung wohnen, Personen mit einer Immundefizienz sowie für Personal in Pflege- und medizinischen Einrichtungen empfohlen. [47]

Aktualisierung der STIKO-Empfehlung zur Auffrischimpfung am 18.11.2021

Die STIKO empfiehlt allen Personen ab 18 Jahren eine COVID-19-Auffrischimpfung im Abstand von sechs Monaten nach Ehrhalten des vollständigen Impfschutzes. Die Auffrischimpfung wird auch Schwangeren ab dem zweiten Trimenon empfohlen.  

Priorität bei Erhalt der Auffrischimpfung haben jedoch die oben genannten Personengruppen sowie Nicht-Geimpfte, denen die STIKO dringend empfiehlt ein Impfangebot wahrzunehmen.

Die Ausweitung der Impfempfehlung hat das Ziel den individuellen Schutz eines jeden Einzelnen weiterhin aufrechtzuerhalten, das Übertragungsrisiko von SARS-CoV-2 zu senken und schwere Verläufe zu verhindern. [48]

Warum ist eine Auffrischimpfung, ein sogenannter „Booster“, nötig?

Es zeigt sich, dass der Impfschutz gegen COVID-19 über einen längeren Zeitraum abnimmt. Je länger die Immunisierung zurückliegt, desto wahrscheinlicher ist eine Erkrankung der Geimpften. Besonders bei Älteren fällt die Immunreaktion geringer aus und sie weisen einen schwächeren Impfschutz vor, weshalb diese Gruppe häufiger, trotz Impfung, erkrankt. Der „Booster“ bringt gerade dieser Patientengruppe einen höheren Schutz vor einer Infektion mit SARS-CoV-2 und einem schweren Verlauf der Erkrankung. [50,51]

Bei einer „Booster“-Impfung erhalten vollständig geimpfte Personen eine weitere Impfdosis.

Ab wann gilt man als vollständig geimpft?

Den Status „vollständig geimpft“ haben Personen, die mit einem in der EU zugelassenem Impfstoff geimpft wurden und mindesten 14 Tage seit der letzten Impfung vergangen sind. Die Anzahl der nötigen Impfungen für einen vollständigen Impfschutz ist herstellerabhängig. Für den Impfstoff „COVID-19 Vaccine Janssen“ von Janssen-Cilag International ist eine Impfung nötig, für die Impfstoffe „Vaxzevria“ von AstraZeneca, „Spikevax“ von Moderna und „Corminaty“ von BioNTech sind zwei Impfungen nötig. [49]

Welche Möglichkeiten bestehen, um den vollständigen Impfschutz nachweisen zu können?

Der vollständige Impfschutz kann digital oder analog nachgewiesen werden. Analog kann dafür das Impfzertifikat oder der gelbe Impfpass vorgezeigt werden. Digital kann die Corona-Warn-App oder die CovPass-App genutzt werden. Beide Apps sind kostenfrei verfügbar. Um das Impfzertifikat digital zu erhalten, muss lediglich mit der App der QR-Code des Impfzertifikats eingescannt werden. Der digitale Impfpass ist eine Ergänzung zum gelben schriftlichen Impfpass, welcher trotz des digitalen Impfpasses international weiterhin gültig ist. Auch das Impfzertifikat sollte unbedingt nach dem Scannen des QR-Codes aufgehoben werden, da es, falls der digitale Impfnachweis verloren geht, ebenfalls als Nachweis für den vollständigen Impfschutz gilt. [46]

Was ist bei der Covid-19-Impfung von Schwangeren und Stillenden zu beachten?

Eine Impfung ist für Schwangere ab dem zweiten Trimenon und Stillende von der STIKO empfohlen. Wurde vor Feststellung der Schwangerschaft bereits die Erstimpfung verabreicht, sollte die Zweitimpfung erst im zweiten Trimenon der Schwangerschaft stattfinden und nicht in den sonst empfohlen 3-6 Wochen nach der Erstimpfung.

Eine Auffrischimpfung wird Schwangeren ebenfalls ab dem zweiten Trimenon empfohlen. 

Da eine Schwangerschaft einen Risikofaktor für schwere Verläufe bei einer COVID-19-Erkrankung darstellt, wird eine Impfung für Schwangere und Frauen mit Kinderwunsch von der STIKO ausdrücklich empfohlen. [53]

Zulassung

Was ist eine bedingte Impfstoffzulassung?

Eine bedingte Zulassung, welche den Impfstoffen gegen SARS-CoV-2 in der EU erteilt wurde, ist eine Standardzulassung, bei welcher der Überprüfungsprozess gegenüber der regulären Standardzulassung beschleunigt ist. Sie findet Anwendung bei Bedrohungen der öffentlichen Gesundheit, wie es bei der Cornona-Pandemie der Fall ist.

So darf die europäische Arzneimittelagentur mit der Überprüfung der vorgelegten Impfstoffdaten beginnen, bevor der Antrag auf die Zulassung vollständig eingereicht wurde und die zugehörigen Fristen sind verkürzt. Mehrere Studienphasen können parallel ablaufen. Die Wirksamkeit, Sicherheit und Qualität des Impfstoffes sind vollständig geprüft und unterliegen den gleichen strengen Auflagen wie eine reguläre Standardzulassung.

Rechtsverbindlich in der EU ist die strenge Überwachung der Sicherheit des Arzneimittels durch ein „Pharmakovigilanz-System“ auch nach der Zulassung. Außerdem werden, wie bei allen zugelassenen Arzneimitteln, die Herstellungsverfahren überwacht und Kontrollen durchgeführt, um die Herstellung unter hohen pharmazeutischen Standards zu gewährleisten.

Bedingte Zulassungen sind ein Jahr gültig. Sie können jährlich erneuert werden und in eine „Vollzulassung“ übergehen. Dafür muss der Hersteller weiterhin umfassende Daten vorlegen, die eine positive Nutzen-Risiko-Bilanz bestätigen. [49,51]

Wirksamkeit

Welchen Einfluss haben die Virusvarianten auf die Wirksamkeit der Impfstoffe?

Die derzeit verfügbaren Impfstoffe sind auch gegen die Virusvarianten wirksam. Die Impfstoffe haben als Zielstruktur mehrere, unterschiedliche Bereich des Spikeproteins. Die Immunantwort ist polyklonal. Einzelne Mutationen haben daher keinen großen Einfluss auf die Wirksamkeit der Impfstoffe.

Um eine vollständige, starke Immunantwort zu erreichen, ist es jedoch wichtig, dass Menschen den vollständigen Impfschutz erhalten. [47]

Wie wird die Wirksamkeit eines Impfstoffes ermittelt?

Bevor ein Impfstoff zugelassen wird, werden Sicherheit, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit in klinischen Studien der Phase eins, zwei und drei geprüft. Hierbei werden die Studienteilnehmer zufällig in zwei Gruppen eingeteilt, wobei darauf geachtet wird, dass die Gruppen in Bezug auf Alter und Geschlecht miteinander vergleichbar sind. Eine Gruppe erhält den Impfstoff, die andere Gruppe ein Placebo. Ab einem bestimmten Zeitpunkt wird erfasst bei wie vielen Proband:innen an eine laborbestätigte, symptomatische COVID-19 Erkrankung auftritt. Die Häufigkeit der beiden Gruppen wird miteinander verglichen und die Wirksamkeit berechnet. [48]

Sicherheit

Gibt es eine Überwachung der Sicherheit der zugelassenen Impfstoffe auch nach der Zulassung?

Die Sicherheit von Impfstoffen wird in Deutschland durch das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) überwacht. Es sammelt und bewertet dafür Meldungen zu unerwünschten Arzneimittelwirkungen sowie Verdachtsfällen dieser und überwacht das Nutzen-Risiko-Profil. Falls nötig werden durch das PEI auch Maßnahmen ergriffen. Der Sicherheitsbericht des PEI für die COVID-19-Impfstoffe kann online eingesehen werden. [47,55]

Wie hoch ist das Risiko einer Sinusvenenthrombose oder einer Myokarditis bzw. Perikarditis?

Die Myokarditis ist eine Entzündung des Herzmuskels und die Perikarditis ist eine Entzündung des Herzbeutels. Eine Entzündung ist eine  Reaktion des natürlichen Immunsystems beispielsweise auf eine Infektion. Bis einschließlich 30.09.2021 wurden ca. 92 Millionen Impfdosen Comirnaty/Biontech und Spikevax/Moderna in Deutschland verimpft. In diesem Zeitraum wurden 1.243 Verdachtsmeldungen einer Myo-/Perikarditis gemeldet. Hierbei war die Melderate bei Männern, die jünger als 30 Jahre sind am höchsten. Die Wahrscheinlichkeit nach einer Impfung möglicherweise eine Myo-/Perikarditis zu haben liegt somit bei 0,0135%. Patient:innen mit einer Myo-/Perikarditis nach einer Impfung mit Comirnaty oder Spikevax konnte eine Behandlung und Ruhe nach der Impfung in den meisten Fällen zur schnellen Besserung verhelfen. Schwerwiegende Verläufe traten nur in Einzelfällen auf. Die STIKO hat die Impfempfehlungen dahingehend angepasst und empfiehlt für Menschen unter 30 Jahren nur noch Comirnaty/Biontech. Inzwischen wurden bis einschließlich 22.03.2022 171,5 Millionen Impfdosen verimpft. [56]

Bei der Sinusvenenthrombose kommt es zur Bildung eines Thrombus in den Großhirnvenen was einen gestörten Blutabfluss und Stauungsblutungen führt. Das Risiko an einer Sinusvenenthrombose zu erkranken ist von verschiedenen Faktoren wie z.B. Alter und Geschlecht abhängig. Insgesamt besteht nach einer Infektion mit SARS-CoV-2 ein höheres Risiko daran zu erkranken als nach einer Impfung. Sinusvenenthrombosen treten nach einer Impfung sehr selten auf und können mit gängigen Arzneimitteln gegen die Blutgerinnung behandelt werden. Für die Impfstoffe Comirnaty/Biontech, Spikevax/Moderna und COVID-19 Vaccine Janssen/Janssen konnte durch das PEI kein erhöhtes Risiko für Sinusvenenthrombosen festgestellt werden. Trotzdem werden weiterhin mögliche Meldungen über das Auftreten von Sinusvenenthrombosen ausgewertet. Prof. Andreas Greinacher der Universitätsmedizin Greifswald fand die Ursache für eine Sinusvenenthrombose nach Impfung mit dem Impfstoff Vaxzevria/AstraZeneca heraus. In seltenen Fällen besteht ein solches Risiko als Folge des neu entdeckten Vakzine-induzierten immunogenen thrombotischen Thrombozytopeniesyndroms (VITT-Syndroms). Symptome dafür wie z.B. starke Kopfschmerzen treten 4-16 Tage nach der Impfung auf. Die Melderate war hier insbesondere bei Frauen unter 55 Jahren erhöht. Für diese Erkrankung gibt es aber gute Diagnostik- und Behandlungsmethoden. Aufgrund des VITT-Syndroms wird eine Impfung mit Vaxzevria/AstraZeneca von der STIKO nur für Menschen über 60 empfohlen. [57,58,59]

Gibt es Langzeitfolgen/ -nebenwirkungen der Impfung?

Folgen der Impfung treten normalerweise binnen eines kurzen Zeitraums von wenigen Tagen bis wenigen Wochen nach der Impfung auf. Bereits während der klinischen Studie und auch nach der Zulassung wird der Impfstoff durch das Paul-Ehrlich-Institut überwacht und Daten bezüglich der Sicherheit gesammelt und ausgewertet. Das Risiko, dass unerwartete Nebenwirkungen erst nach einem langen Zeitraum nach der Impfung auftreten besteht eigentlich nicht. Auch bei bisherigen Impfungen gegen andere Krankheiten ist dies noch nicht vorgekommen. [47]

Was ist ein Impfdurchbruch?

Eine Impfung bietet einen guten Schutz vor einer Infektion mit SARS-CoV-2. Jedoch bietet die Impfung, wie jede andere Impfung auch, keinen 100%igen Schutz. Die Impfung kann also nicht alle Infektionen verhindern, sorgt aber für ein viel selteneres Auftreten der Infektionen. Wird bei einer vollständig geimpften Person eine symptomatische, mit einem PCR-Test bestätigte SARS-CoV-2-Infektion nachgewiesen, wird dies als Impfdurchbruch bezeichnet. [45]

Sind Übertragungen des Virus ausgehend von einer vollständig geimpften Person möglich?

Insgesamt ist das Risiko einer Virusübertragung bei vollständig geimpften Personen deutlich geringer als bei ungeimpften oder unvollständig geimpften Personen. Geimpfte tragen zur Weiterverbreitung des Virus nur noch wenig bei. Es besteht jedoch ein Restrisiko, da sie trotzdem mit SARS-CoV-2 infiziert sein können. Der Verlauf ist jedoch meist asymptomatisch oder mild. Hierbei scheiden diese Personen infektiöses Virusmaterial aus, insbesondere bei asymptomatischen Verläufen unbemerkt. Daher ist es weiterhin wichtig die anderen Schutzmaßnahmen (AHA+L) einzuhalten. [45]

Sind Wechselwirkungen zwischen der Covid-19 Impfung und einer anderen Impfung möglich?

Zwischen der Verabreichung von einem COVID-19-Impfstoff und einem Totimpfstoff, wie z.B. der Impfstoff gegen Influenza muss nach der Empfehlung der STIKO kein Abstand eingehalten werdenAuch eine gleichzeitige Gabe der Impfstoffe ist möglich. Es sollte jedoch berücksichtigt werden, dass bei einer gleichzeitigen Gabe Impfreaktionen mit höherer Wahrscheinlichkeit auftreten können. Die Wirksamkeit und Sicherheit werden von der gleichzeitigen Anwendung nicht beeinflusst. Die Lebendimpfstoffe wie z.B. Masern-, Mumps- und Röteln-Impfstoffe sollten mit einem Mindestabstand von vier Wochen zur COVID-19 Impfung verabreicht werden. [45,57]

Sollten andere Impfungen während der Pandemie durchgeführt werden?

Um das Gesundheitssystem nicht noch weiter zu belasten und um die eigene Gesundheit zu schützen sollten weiterhin Impfungen gemäß den Empfehlungen der STIKO durchgeführt werden. Insbesondere die Grundimmunisierung von Säuglingen ist wichtig und sollte nicht vernachlässigt werden. Zudem wird Senior*innen und Personen mit chronischen Erkrankungen eine Pneumokokkenimpfung empfohlen, wenn dies in den letzten sechs Jahren nicht geschehen ist. [45]